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Medizinische Fakultät - Jahrgang 2007

 

Titel Die Spätanämie des Morbus haemolyticus fetalis et neonatorum
Risikofaktoren und Prädiktoren für Verlauf sowie Einfluss auf die Gewichtsentwicklung
Autor Tobias Boeckh-Behrens
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Fragestellung: Um sowohl einflussnehmende Faktoren und gleichzeitig eine Vorhersage ermöglichende Faktoren den Verlauf der Spätanämie im Verlauf eines Morbus haemolyticus fetalis et neonatorum betreffend zu identifizieren, als auch eventuelle Folgen der Spätanämie bezüglich der Gewichtsentwicklung der Kinder aufzuzeigen, wurde am Perinatalzentrum Bonn (Abteilung für Neonatologie; Direktor Prof. Dr. Dr. P. Bartmann) eine retrospektive Studie durchgeführt.
Patienten und Methoden: Das Untersuchungskollektiv stellten dabei 82 Kinder der Geburtenjahrgänge 1995 - 2001, die während dieser Zeit aufgrund eines MHFN behandelt wurden. Die Daten der betroffenen Kinder wurden unter Einbeziehung folgender Parameter analysiert: Zahl der intrauterinen, postnatalen und Austauschtransfusionen, Hämoglobinwerte vor Transfusion, Art der Antikörper, Zahl der Thrombozyten bei Geburt und fetales Hämoglobin (HbF) bei Geburt. Als Indikatoren für den Verlauf bzw. die Dauer der Spätanämie wurden die Faktoren " Zeit in Tagen bis zur letzten Transfusion" und " Zeit in Tagen bis Retikulozyten> 2%" gewählt und mit den vorher genannten Faktoren in Beziehung gesetzt. Für die Erfassung der Gewichtsentwicklung der Kinder wurde zu vier verschiedenen Zeitpunkten bzw. Zeiträumen das Gewicht anhand von Perzentilenwerten erfasst und ebenfalls mit den Indikatoren für die Spätanämie in Beziehung gesetzt.
Ergebnisse: Signifikante Ergebnisse ließen sich bezüglich eines positiven Zusammenhanges zwischen Dauer der Spätanämie und Zahl der intrauterinen, postnatalen und der Summe von intrauterinen und postnatalen Transfusionen erkennen. Mit Abnahme des HbF-Wertes der Kinder bei Geburt nahm die Dauer der Spätanämie signifikant zu. Je niedriger der Hb-Wert der Kinder vor den Transfusionen war, desto länger war die Dauer der Spätanämie bei diesen Kindern, ebenfalls signifikant. Bezüglich der übrigen Faktoren ergaben sich nur Tendenzen, die jedoch statistisch nicht signifikant waren. Demnach zeigte sich bei Kindern mit steigender Zahl von Austauschtransfusionen eine abnehmende Dauer der Spätanämie. Die Patienten mit einer Thrombozytopenie von weniger als 150.000 zeigten einen leicht verlängerten Verlauf der Spätanämie. In der Untersuchung des Einflusses des pathogenen Antikörpers zeigte sich der längste Verlauf der Spätanämie bei Kindern mit Anti-Kell- AK-Nachweis. Bei Analyse der Gewichtsentwicklung der betroffenen Kinder zeigten sich insgesamt weitgehend normale Perzentilenwerte mit einer Tendenz zu gering verzögerter Gewichtszunahme mit Zunahme der Dauer der Spätanämie ohne Unterschreiten der Altersnorm.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 2007