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Medizinische Fakultät - Jahrgang 2007

 

Titel Prädiktiver Wert vom eosinophilen cationischen Protein und Methacholinprovokation bei Verdacht auf frühkindliches Asthma bronchiale
Autor Petra Strutz
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Einleitung: Die Diagnose frühkindliches Asthma bronchiale basiert auf klinischen Kriterien wie z.B. die Präsenz einer atopischen Diathese in der Eigen- oder Familienanamnese und/oder mehr als 3 Episoden rezidivierender bronchialer Obstruktionen mit giemender und pfeifender Atmung Zur Differenzierung zwischen einer vorübergehenden pfeifenden Atmung und einer persistierenden pfeifenden Atmung bei Kleinkindern, die später in ein chronisches Asthma übergehen kann, wurde der ECP- Wert und die bronchialen Reizempfindlichkeit (BHR) untersucht.
Methode: Bei 107 Kindern (Alter 15 Monate, Range 5-33 Monate) mit ≥ 3 obstruktiven Episoden innerhalb der letzten 12 Monaten wurden der ECP-Wert mittels Chemilumines-zenzmethode und die BHR mit Hilfe des Lungenfunktionstest (single-occlusion-Technik) mit Methacholinprovokation bestimmt. Der Lungenfunktionstest erfolgte im sedierten Zustand mit Chloralhydrat. Die Methacholinprovokation wurde beginnend mit 50 μg Methacholin (entspricht 5 Atemzüge) durchgeführt und schrittweise nach 2 Minuten verdoppelt bis eine positive Reaktion auftrat. Diese war definiert als 50% Resistanceanstieg oder Auftreten klinischer Anzeichen wie pfeifender Atmung. Abhängig von der Reaktion in der Metha-cholinprovokation wurden die Kinder in 3 Gruppen eingeteilt (Gruppe I: Reaktion < 200 μg, hochgradige BHR; Gruppe II: Reaktion >200 bis ≤ 400 μg, mittlere BHR; Gruppe II: > 400 μg, keine BHR). Kinder in Gruppe I inhalierten mit Pulmicort 2xtgl. für 12 Wochen. Die Kinder in Gruppe II und III führten keine antiinflammatorische Therapie durch. Nach ca. 3 Monaten wurden erneut ECP und die BHR bestimmt. Nach ca. 12,5 Monaten (Range 6-20 Monaten) erfolgte das erste Follow-up in Form von per Post zugesandten Fragebögen. Eine weiteres Follow-up II erfolgte nach 26,5 Monaten (20-34 Monate).
Ergebnis: Der ECP-Wert zeigte weder beim Follow-up I (Gruppe A: keine obstruktive Episoden, gesund, n=26, ECP 18 μg/l, Range 3,0-41,0 μg/l; Gruppe B: < 3 obstruktive Episoden, n=9, ECP 13 μg/l, Range 4,0-81,0 μg/l; Gruppe C: mehr als 3 Episoden, chronisch, n=21, ECP 21 μg/l, Range 4,0-81,0 μg/l) noch beim Follow-up II (Gruppe A: keine obstruktive Episoden, gesund, n= 28, ECP-Wert =15,5 μg/l, Range 3,0-81,0 μg/l; in der Gruppe B: <3 obstruktive Episoden, n= 10, ECP=17,0 μg/l, Range 4,0-35,0 μg/l; in der Gruppe C: mehr als 3 obstruktive Episoden, chronisch, n= 14, ECP=10,0 μg/l, Range 4,0-95,0 μg/l.
Im Gegensatz hierzu zeigte die BHR innerhalb der 3 klinischen Gruppen beim Follow-up I und II bei Vergleich der klinisch gesunden Gruppe A und der chronischen Gruppe C ein signifikantes Ergebnis von p<0,05. In Gruppe A: keine obstruktive Episoden, gesund war die Methacholindosis 376 μg bei Follow-up I bei n=28, Range 69-976 μg und 360 μg Methacholin bei Follow-up II, Range 45-976 μg bei n=32. Gruppe B: < 3 obstruktive Episoden zeigte eine Methacholindosis von 352 μg bei Follow-up I bei n=14, Range 66-840 μg und 272 μg Methacholin bei Follow-up II bei n=11, Range 40-810 μg. Die Gruppe C: mehr als 3 obstruktive Episoden, chronisch wies eine Methacholindosis von 231 μg bei Follow-up I bei n=24, Range 66-840 μg, auf sowie 166 μg Methacholin bei Follow-up II bei n= 19, Range 39-770 μg.
Schlussfolgerung: Die BHR stellt ein Parameter für die aktuelle Krankheitsaktivität dar und ist ein Voraussageparameter für die Entwicklung eines frühkindliche Asthma bronchiale. Kinder, die keine bronchiale Empfindlichkeit aufweisen, haben eine gute Prognose. Sie entwickeln keine persistierenden asthmatischen Symptome. Kinder, die dagegen eine hochgradige BHR aufweisen, neigen eher dazu weiterhin an persistierenden asthmatischen Symptome zu leiden und damit später eine Asthma bronchiale zu entwickeln.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 2007