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Medizinische Fakultät - Jahrgang 2007

 

Titel Das Primäre Lymphom des Zentralen Nervensystems
Prognostische Faktoren
Autor Christopher Karl Klein
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Primäre ZNS-Lymphome sind ganz überwiegend B-Zell-Lymphome vom diffus-großzelligen Typ, die sich primär und ausschließlich im ZNS manifestieren. In 10 bis 20 % ist außerdem ein okulärer Befall festzustellen. Von primären ZNS-Lymphomen ist nicht bekannt, wie sie entstehen, und warum das Zentrale Nervensystem, welches physiologischerweise frei von lymphatischem Gewebe ist, betroffen ist. In der BRD erkranken 300 bis 400 Patienten pro Jahr neu an einem PCNSL, die Inzidenz hat allerdings in den letzten zwanzig Jahren bei immunsupprimierten und immunkompetenten Patienten stetig zugenommen. Es existiert zur Zeit noch kein allgemein akzeptierter therapeutischer Standard, jedoch gibt es verschiedene Therapie-Ansätze wie Radiotherapie, (Poly-) Chemotherapie oder kombinierte Radio-(Poly-) Chemotherapie, die in aktuellen Studien untersucht werden.
Die vorliegende retrospektive Analyse untersuchte fünf Risiko-Faktoren (Alter, Karnofsky-Index, Tumor-Lokalisation, LDH-Serum-Konzentration und Liquor-Gesamtprotein-Konzentration) an einem eigenen Patienten-Kollektiv von 88 Patienten. Mit Hilfe dieser Faktoren wurde ein Risiko-Score erstellt und anschließend statistisch analysiert, indem bei jedem Patienten die Anzahl der ungünstigen Risiko-Faktoren gezählt wurden. In den drei Risiko-Gruppen wurden die Patienten mit null bis einem ungünstigem Faktor (Gruppe G+), zwei bis drei ungünstigen Faktoren (Gruppe G0) und vier bis fünf ungünstigen Faktoren (Gruppe G-) zusammengefasst.
In multivariaten Regressions-Analysen wurde der unabhängige prognostische Wert der einzelnen Risiko-Faktoren statistisch untersucht, indem der Einfluss des Risiko-Faktors auf das Gesamt-Überleben, die Zeit bis zum Therapie-Versagen, die Dauer des Therapie-Ansprechens und das Therapie-Ansprechen analysiert wurde. Es wurden in diesen Analysen zwei Risiko-Faktoren mit signifikanten Ergebnissen eindeutig bestätigt (Alter und Karnofsky-Index). Die weiteren drei Risiko-Faktoren hatten keine signifikante prognostische Bedeutung. Die prognostische Bedeutung des Risiko-Scores konnte in Log-Rank-Tests mit Ausnahme des Therapie-Ansprechens bestätigt werden. Somit konnten zwar nicht alle untersuchten Risiko-Faktoren als prognostische Prädiktoren bestätigt werden, es konnte jedoch gezeigt werden, dass der Risiko-Score signifikant mit dem Gesamt-Überleben, der Zeit bis zum Therapie-Versagen und der Dauer des Therapie-Ansprechens des PCNSL korrelierte. Mit Hilfe des getesteten Risiko-Scores war eine gute Risiko-Abschätzung bei PCNSL-Patienten möglich, die in Zukunft eine Risiko-stratifizierte Therapie erlauben könnten.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 2007