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Philosophische Fakultät - Jahrgang 2006

 

Titel Die Bekehrung des Sarazenen
Untersuchungen zum Bild des Islam in den mittelenglischen Romanzen
Autor Aigul Kassimova
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Das Ziel der Dissertation ist es, anhand der Darstellung der Sarazenen in den mittelenglischen Romanzen das Bild des Islam im Mittelalter näher zu bestimmen. Dabei soll ein besonderer Akzent auf dem Motiv der Bekehrung liegen. Das Motiv der Bekehrung ist in den zu untersuchenden Texten in vielfältiger Variation gegeben. In der Arbeit wird versucht, das Motiv in seinen verschiedenen Formen zu klassifizieren und zu interpretieren. Die Klassifikation erfolgt nach der in der Volkskunde üblichen Methode, wie sie dem Motivindex von S. Thompson zugrunde liegt. Die Geschichte der Motivforschung wird im ersten Kapitel der Arbeit erläutert, sowohl die folkloristische Motivanalyse, wie sie sich vor allem in der Märchenforschung findet, als auch andere Motivansätze. Im zweiten Kapitel wird eine Übersicht über die zu untersuchenden Romanzen mit Hinweisen zur Überlieferung gegeben. Die Textbasis der folgenden Arbeit bildet eine Reihe von mittelenglischen volkstümlichen Romanzen, vor allem solchen aus dem Kreis der Karlsdichtung. Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit der Darstellung des Islam und der arabischen Welt im mittelalterlichen Europa. Sowohl die Kenntnisse vom moslemischen Glauben bei den mittelalterlichen Gelehrten und ihre Bekanntschaft mit der fremden Religion werden erörtert als auch die populäre und literarische Darstellung des Islam. Das vierte Kapitel ist den literarischen Helden der Romanzen, den Sarazenen, gewidmet. Das geografische Areal, die physische Beschreibung, die seelisch-geistige Welt der Sarazenen mit ihren Göttern und Sitten und Bräuchen sind Thema der Untersuchung in diesem Kapitel. Das fünfte Kapitel widmet sich dem Motiv der Bekehrung. Die verschiedenen Formen und Beweggründe zur Bekehrung werden geschildert, und es wird der Zusammenhang zwischen der Bekehrung und der Belehrung näher untersucht. Der letzte Abschnitt des Kapitels befasst sich mit dem Bekehrungsmotiv in den Werken der islamischen Literatur, als geeignete Textquellen erweisen sich die arabische Magh¨¡zi-Dichtung und ausgewählte Heldenepen der Türkvölker. Im Schlusskapitel werden das lange Leben der Überlieferung und die Popularität der Tradition zusammenfassend bewertet. Da die untersuchten Texte für die Forschung als Zeugen der volkstümlichen Vorstellungen von der Welt des Anderen interessant sind, ist die Arbeit als mentalitätsgeschichtlicher Beitrag zu betrachten.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Stand: 2006