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Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät - Jahrgang 2006

 

Titel Global Modelling of Cloud, Convection and Precipitation Influences on Trace Gases and Aerosols
Autor Holger Tost
Publikationsform Dissertation
Abstract In atmospheric chemistry modelling increasing attention has been paid to the effects of aqueous phase chemistry in the last decade. Even though wet deposition is a considerable sink in the atmospheric budgets of several trace species, it has been parameterised with highly simplified approaches. With increasing computer capacity global atmospheric chemistry and climate models have become more comprehensive allowing more detailed consideration of aqueous phase chemistry. The chemical processes within clouds and precipitation droplets do not only contribute to sinks for gas phase constituents, they can alter the chemical composition because reaction pathways can be quite different from the gas phase. Products, formed in the droplets, can be released into the gas phase and undergo reactions with other gaseous species. The droplets futhermore provide a surface for heterogeneous surface reactions. Additionally, precipitation can vertically redistribute gas phase trace species due to uptake and subsequent release back into the gas phase.
An adequate simulation of the hydrological cycle is a basic requirement for cloud and precipitation chemistry modelling. Since convective clouds cannot be resolved by the coarse grid size of global models, atmospheric convection is described with parameterisations. From a variety of available schemes for the calculation of convection, four have been selected and implemented into the atmospheric chemistry general circulation model ECHAM5/MESSy. The effects of the alternative convection schemes on the hydrological cycle and consequently on the simulated climate system have been analysed. A strong dependence of the precipitation distribution on the selected convection parameterisation has become apparent from the comparison with global observations. A similar comparison for water vapour columns obtains consistent results. The temperature distribution can be sensitively modified, resulting in substantial local average surface temperature changes, while the overall energy budget of the atmosphere is hardly affected. Generally, convection is of major importance for the distribution of trace species in the atmosphere, owing to enhanced vertical transport, the production of reactive nitrogen species in the upper troposphere by lightning, and scavenging and wet deposition. In this thesis these processes are analysed with different convection schemes and different descriptions of the scavenging process. To also address multiphase chemistry the new scavenging submodel SCAV has been developed, and has been applied in several studies under idealised as well as realistic conditions, including comprehensive gas and aqueous phase chemistry. The main factor that alters wet deposition distributions as a result of replacing the convection scheme is the modified precipitation distribution, both in the occurence and the intensity of rain events. The observed wet deposition patterns of nitrate, ammonia, and sulphate are captured accurately by the model with respect to the location and the approximate total amount. Comparisons of the model results with observed vertical profiles of trace gases show that the most comprehensive aqueous phase chemistry representation reproduces the mixing ratios and distributions of gaseous compounds most realistically.
Zusammenfassung Globale Modellierung der Einflüsse von Wolken, Konvektion und Niederschlag auf Spurengase und Aerosole
Im letzten Jahrzehnt wurde der Chemie in der flüssigen Phase immer mehr Aufmerksamkeit im Bereich der atmosphärischen Modellierung gezollt. Auch wenn die Feuchtdeposition eine bedeutende Senke für viele Spurenstoffe im atmosphärischen Haushalt darstellt, wurde sie doch meist mit stark vereinfachten Ansätzen dargestellt. Mit wachsender Rechenleistung sind globale Chemie- und Klimamodelle komplexer geworden und eine detailliertere Beschreibung der Flüssigphasenchemie ist möglich. Die chemischen Prozesse in Wolken- und Niederschlagstropfen tragen nicht nur zur Senke für Gasphasenspezies bei, sondern können aufgrund unterschiedlicher Reaktionsabläufe die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre verändern. Produkte, die in den Tropfen gebildet werden, können an die Gasphase abgegeben werden und mit anderen Gasphasenspezies Reaktionen eingehen. Zusätzlich liefern Tropfen Reaktionsoberflächen für heterogene Prozesse. Auch kann durch die Aufnahme im Niederschlag und eine anschließende Abgabe an die Gasphase eine vertikale Umverteilung von Spurenstoffen bewirkt werden.
Eine genaue Beschreibung des hydrologischen Zyklus ist eine Grundvoraussetzung für Wolken- und Niederschlagschemiemodellierung. Da konvektive Wolken nicht von den groben Gittern globaler Modelle aufgelöst werden können, muss die Konvektion mit Hilfe von Parametrisierungen beschrieben werden. Aus der Vielzahl der existierenden Schemata für Konvektion sind vier ausgewählt und in das globale Chemie-Zirkulationsmodell ECHAM5/MESSy eingebaut worden. Die Effekte der alternativen Konvektionsschemata auf den hydrologischen Zyklus und folglich auf das Modellklima wurden analysiert. Es wurde eine deutliche Abhängigkeit der Niederschlagsverteilungen von den Konvektionschemata gefunden und mit Messdaten verglichen. Ein ähnlicher Vergleich wurde auch für die vertikalen Wasserdampfsäulen erstellt. Die Oberflächentemperaturen werden leicht verändert, aber lokale Temperaturänderungen sind deutlich größer, während die Energiebilanz der Atmosphäre nur gering beeinflusst wird. Grundsätzlich ist die Konvektion von großer Bedeutung für die Verteilung von Spurenstoffen aufgrund des vertikalen Transports, der Produktion von reaktiven Stickoxiden in der oberen Troposphäre durch Blitze und Scavenging und Feuchtdeposition. In dieser Arbeit werden diese Prozesse mit unterschiedlichen Konvektionsschemata und unterschiedlichen Beschreibungen für die Scavenging Prozesse untersucht. Um zusätzlich Multiphasenchemie berechnen zu können, wurde das Scavenging Submodel SCAV entwickelt und in mehreren Studien unter idealisierten und realistischen Randbedingungen mit komplexer Gas- und Flüssigphasenchemie angewandt. Der wichtigste Faktor in den Studien mit unterschiedlicher Konvektionsbeschreibung, der die Feuchtdepositionsverteilungen verändert, ist die geänderte Niederschlagsverteilung sowohl im Auftreten und der Intensität.
Beobachtete Feuchtdepositionsfelder für Nitrat, Ammoniakverbindungen und Sulfat werden vom Modell sowohl in der Stärke wie auch der Position gut wiedergegeben. Der Vergleich der Modellergebnisse mit beobachteten Spurengasprofilen zeigt, dass mit komplexer Füssigphasenchemie die Mischungsverhältnisse und Verteilungen am realistischsten wiedergegeben werden.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 2006