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Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät - Jahrgang 2004

 

Titel Untersuchungen zum Bodenwasserhaushalt und Modellierung der Bodenwasserflüsse entlang eines Höhen- und Ariditätsgradienten (SE Marokko)
Autor Benedikt Weber
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Übergeordnete Zielvorstellung der vorliegenden Arbeit ist es, die wichtigsten Steuergrößen des Bodenwasserhaushalts in einem Trockenraum zu erfassen und zu analysieren. Die Studie ist in das IMPETUS-Projekt eingebunden und leistet einen Beitrag zur Erforschung der bodenhydrologischen Komponenten des Wasserkreislaufs im Einzugsgebiet des oberen Drâa in Marokko. Entlang eines Höhen- und Ariditätsgradienten wurden sieben repräsentative Untersuchungsgebiete ausgewiesen. Die Gebiete zwischen dem Hohen Atlas im humiden Norden und dem ariden Saharavorland im Süden wurden jeweils in Landschaftseinheiten mit spezifischen hydrologischen Eigenschaften diskretisiert. Im Rahmen einer dreijährigen Kampagne wurde ein Messnetz implementiert und die relevanten bodenphysikalischen und -hydrologischen Eigenschaften erfasst.
In der Analyse und Charakterisierung der dominierenden bodenhydrologischen Standorteigenschaften wird deutlich, dass Areale mit hoher Infiltrationskapazität und geringer Abflussbereitschaft von Standorten mit räumlicher Konzentration von Oberflächenabfluss und geringer Infiltrabilität unterschieden werden können. Dabei zeichnen sich Felsbereiche und morphologisch konvexe Areale durch niedrige Infiltrationsraten und hohe Abflussbereitschaft aus. Oberflächen mit hoher Infiltrationskapazität und stark verzögerter bzw. eingeschränkter Abflussbildung werden dagegen von Tiefenlinien, morphologischen Senken und Vegetationsstandorten repräsentiert.
Die Ergebnisse der Geländeuntersuchungen dienen als Eingangsgrößen für die Anwendung des dynamischen Bodenwassermodell ARID. Dieses physikalisch basierte Modell zur lokalen Beschreibung der Bodenwasserflüsse wurde in einem separaten Arbeitsschritt für alle sieben Untersuchungsgebiete kalibriert und validiert. In der Analyse der simulierten Wasserhaushaltskomponenten stand die Betrachtung der aktuellen Evapotranspiration, des Bodenwassergehalts und der Veränderung temporärer Speicher im Vordergrund. Die Ergebnisse zeigen, dass die wesentlichen Prozesse des Bodenwasserhaushalts trotz der Variabilität der klimatischen und bodenhydrologischen Bedingungen herausgestellt werden können. In Abhängigkeit von der Raumskala ist es mit dem eingesetzten hydrologischen Modell möglich, die Bodenwasserdynamik entlang des Höhen- und Ariditätsgradienten abzubilden.
Die Simulation der Wasserbilanzgrößen zeigt eine deutliche Abhängigkeit zum Ariditätsgradienten. Zusätzlich zu dem transektbedingten Niederschlagsverhalten wird die Dynamik von Evapotranspiration und Bodenwassergehalt von standortspezifischen bodenhydrologischen Faktoren, wie Textur, Bodenmächtigkeit und Skelettgehalt modifiziert. Diese sekundären, nicht-transektgebundenen Gebietseigenschaften äußern sich besonders in der Kombination der bilanzierten Wasserhaushaltsgrößen mit der jeweiligen Lage der Standorte entlang des Höhen- und Ariditätsgradienten. Gerade im Hinblick auf die fehlende Verfügbarkeit von hydrologischen Daten liefert die Anwendung des Modells und das vorliegende Messkonzept ein Beitrag zum Verständnis des Wasserkreislaufs in Trockenräumen.
Abstract Analyse and modelling of soil water dynamics along a gradient of elevation and aridity (SE Morocco)
The objective of this study is to measure and analyse the most important control factors of soil water regime in a semiarid environment. The study is integrated in the IMPETUS-Project and focusses knowledge of soil-hydrological components of the water cycle within Drâa river catchment in Morocco. Due to the fact that previous studies in the catchment are only focusing the irrigated fraction of the catchment, a validation data base for the rangeland does not exist. Hence, seven representative testsites along a gradient of aridity and altitude were defined and have been discretised in terrain types with respect to their soil hydrological attributes. During a three years campaign relevant hydrological and soil data have been conducted and analysed.
As a result, terrain types with high infiltration capacity and low disposition for runoff concentration could be distinguished from surfaces which tend to produce overland flow. Terrain units covered with rock fragments, shallow soil depths and topographic convexities show the lowest infiltration rates. In contrast to these units with high infiltration capacity can be found where ephemeral channel networks, topographic depressions and vegetation occurs. The patchwork-like pattern of terrain unit varies distribution.
The results of the measurements were used to validate a model for simulating soil water fluxes. The process-based model ARID was calibrated and validated for each of the seven testsites. Facing the climatic variability and the heterogeneity of soil hydrological properties the results approve that main processes of soil water balances are applicated by the model. The simulation of soil water content leads to good results. In Dependance to the spatial scale this approach can be used for representing soil water dynamics. Due to the missing validation data (at four of the seven testsites no runoff occurs) and the underestimation of slow runoff components only moderately goodness-of-fit was achieved. Furthermore, the actual model version does not sufficiently represent complexity of different aquifer systems in the High Atlas.
Modelled soil water components are pointing out strong dependance to the gradient of aridity. In addition to this, dynamics of evaporation, transpiration and soil water content were mainly affected by local, soil hydrological properties such as texture, soil depths and rock fragment cover. This secondary influence can not be explained by the gradient between High Atlas and presaharian desert. The impact of these local properties on water cycle components can be demonstrated by the comparison with the testsite's position within the transekt. Especially in the view of sparsely information density concerning hydrological data, the used methodology and the application of the model contributes to the understanding of water balance in arid environments.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 2004