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Philosophische Fakultät - Jahrgang 2004

 

Titel Die politischen Dimensionen der Globalisierung: Krisenszenarien und Zukunftsvisionen
Staat und Gesellschaft im Globalisierungsdiskurs
Autor Hanne Weisensee
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Die Dissertation untersucht den Globalisierungsdiskurs in Deutschland, wie er sich seit 1990 darstellt. Hierbei konzentriert sich die Verfasserin auf die politischen Dimensionen der Globalisierung, die in Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit immer noch weniger wahrgenommen werden als die ökonomischen und ökologischen. Im Zentrum der politischen Dimensionen stehen die Zukunft von Nationalstaat, Gesellschaft und Demokratie.
Der Globalisierungsdiskurs wird anhand der in Deutschland rezipierten Konzepte von Martin Albrow, Benjamin R. Barber, Ulrich Beck, Ralf Dahrendorf, Warnfried Dettling, Amitai Etzioni, Viviane Forrester, Francis Fukuyama, Anthony Giddens, André Gorz, Jean-Marie Guéhenno, Jürgen Habermas, Samuel P. Huntington, Jeremy Rifkin, Richard Sennett und Michael Zürn definiert und in vier Diskursphasen unterteilt. Für die jeweiligen Phasen werden die Kernaussagen herausgearbeitet sowie die thematischen und normativen Schwerpunktverschiebungen transparent gemacht. Da die Konzepte der intellektuellen Vordenker in der öffentlichen Debatte in erster Linie in Form von Schlagworten wie Kampf der Kulturen oder Ende des Nationalstaats wahrgenommen werden, macht die Dissertation die dahinter stehenden Denkmodelle sichtbar, systematisiert und vergleicht sie. Im Zentrum stehen die Fragen nach der politischen Steuerungsfähigkeit des Staates, nach Legitimität von Politik, nach Transparenz und Partizipation, aber auch nach Identitätsbildung, Wertewandel und gesellschaftlichem Zusammenhalt im Kontext der Globalisierung. So erhebt die Arbeit den Anspruch, den Globalisierungsdiskurs in Deutschland erstmals in seinem Verlauf und seinen Kernaussagen darzustellen. Zusätzlich werden die ausgewählten Konzepte aufgrund ihrer Themenwahl als zusammenhängende Diskursbeiträge für die Demokratietheorie erschlossen.
Es wird die These formuliert, dass die Denkmodelle entweder in Krisenszenarien oder in Zukunftsvisionen unterteilt werden können, weil die Autoren die politischen Dimensionen der Globalisierung entweder stärker als Gefahren oder als Chancen werten und davon ausgehend ihre Strategien für die Zukunft entwickeln. Diese Unterscheidung ergibt im wissenschaftlichen Diskurs eine neue politische Koordinate, die quer zu der traditionellen Unterscheidung von Rechts und Links liegt und bereits in die Politik ausstrahlt.
Um die intellektuellen Konzepte nicht im luftleeren Raum stehen zu lassen und ihre Relevanz für die Politikwissenschaft nachzuweisen, werden sie in einen erweiterten fachwissenschaftlichen Rahmen eingebettet. Der kontinuierliche Blick auf die tagespolitischen Auseinandersetzungen macht zusätzlich die Überprüfung möglich, inwieweit die Denkmodelle an die gegebenen politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse anknüpfen. Umgekehrt wird kenntlich, ob Wissenschaft und Politik die Konzepte als Ideenpool für ihre Arbeit nutzen und damit der Anspruch der Autoren erfüllt wird, Impulse für Politik und Öffentlichkeit zu geben.
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Verlagspublikation Diese Arbeit ist 2005 im Verlag Nomos, Baden-Baden u.d.T.: " Demokratie, Staat und Gesellschaft in der Globalisierung: Eine Diskursanalyse" mit einem Vorwort von Arno Waschkuhn, 407 S., 1. Aufl., ISBN 3-8329-1489-7 erschienen.
© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 2004