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Landwirtschaftliche Fakultät - Jahrgang 2004

 

Titel Die Böden des oberen Ouémé-Einzugsgebietes in Benin/Westafrika
Pedologie, Klassifizierung, Nutzung und Degradierung
Autor Birte Junge
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung In dieser Arbeit werden die im oberen Ouémé-Einzugsgebiet Zentralbenins gelegenen Böden charakterisiert und die Degradierung in dem aktuellen low input-Landnutzungssystem untersucht. Darauf aufbauend werden Möglichkeiten einer nachhaltigen Bodennutzung erörtert, um zur langfristigen Sicherung der Ressource Boden beizutragen.
Die Böden der flachwelligen Pediplain Zentralbenins sind durch die Schichtung von feinkörnigen und skelettreichen Lockersedimenten über tonreichem Saprolit charakterisiert. Auf den Hängen dominieren Sols ferrugineux tropicaux lessivés bzw. Acrisols, während in den Tälern, den Bas-Fonds, Sols hydromorphes peu humifères bzw. Gleysols entstanden sind. Die natürliche Fruchtbarkeit dieser Böden ist nach der Evaluierung nach LANDON (1984), dem Fertility Capability Classification System (FCC) von SANCHEZ et al. (1982) und der Framework for Land Evaluation (FAO 1976, 1981) allgemein als gering zu bewerten. Als Gründe für die nur mäßige Eignung der Böden für die Pflanzenproduktion sind die niedrige Wasserhaltekapazität, das geringe Bindungsvermögen für Nährstoffe als auch die begrenzte Durchwurzelbarkeit und die starke regenzeitliche Vernässung der Bas-Fonds zu nennen.
Auf diesen Böden werden traditionsgemäß vorwiegend Getreide wie Mais oder Sorghum und Yams für den Eigenbedarf ohne den Einsatz von Düngemitteln angebaut. Da die Nutzung des Bodens durch das starke Bevölkerungswachstum in den letzten Jahrzehnten intensiviert und die für die Regeneration des Bodens notwendige Brachezeit verkürzt wurde, wird der Boden auf verschiedene Weise degradiert. Zum einen hat der Bodenabtrag durch Oberflächenwasser zur Verringerung der Substratmächtigkeit auf den Ackerflächen geführt. Die Bodenbearbeitung hat ebenfalls die Verschlechterung der Struktur zur Folge, was neben der geringen Bodenbedeckung durch Nutzpflanzen die Erosion begünstigt. Der wiederholte Abtrag, Buschfeuer, das jährliche Ernten und die Verkürzung der Brachezeiten führen weiterhin zur Verarmung des Bodens an organischer Substanz und Nährelementen, d.h. zur chemischen Degradierung. Auch nimmt der Besatz des Bodens mit Lumbriciden und ihre Aktivität mit zunehmender Nutzungsintensität ab, so dass Ackerflächen ebenfalls einer biologischen Degradierung unterliegen. Um dieser Verschlechterung entgegenzuwirken und die Ressource für zukünftige Generationen zu sichern, ist eine Modifizierung des traditionellen Landnutzungssystems durch verschiedene kulturtechnische und pflanzenbauliche Maßnahmen sowie die Einführung von Düngemitteln erforderlich.
Abstract The soils in the catchment of the Upper Ouémé in Benin/West Africa - soil genesis, classification, land use and degradation
In the work, the soils developed in the catchment of the Upper Ouémé are characterized and their degradation in the current low input land use system is pointed out. Furthermore, possibilities of a sustainable land use are discussed to achieve the conservation of the resource.
The soils developed in the undulating pediplain in the centre of Benin are characterized by the layering of fine grained and gravely substrates over saprolite. Sols ferrugineux tropicaux lessivés or Acrisols dominate on the slopes, whereas Sols hydromorphes peu humifères or Gleysols are distributed in the valleys, the bas-fonds. The natural fertility of these soils is low according to LANDON (1984), the Fertility Capability Classification System (FCC) of SANCHEZ et al. (1982) and the Framework for Land Evaluation (FAO 1976, 1981). Some reasons for the low suitability of the soils for plant production are the low field capacity, the low exchange capacity for nutrients, the limited rooting space and the water logging of the bas-fonds during the rainy season.
Traditionally, cereals like maize or sorghum and yam are cultivated on the soils without any fertilizer for self-sufficiency. Because of intensified land use due to the increasing population and the shortening of the fallow period which is important for the rehabilitation of the soils, different kind of soil degradation take place. Soil erosion by run off has already led to the reduction of the top surface layer. Furthermore, land use has deteriorated the soil structure due to the low cover of the soil surface and the low density of the crops which favour soil erosion. Soil loss, bush fire, harvesting and the shortening of the fallow period lead to the decrease of organic matter and nutrients which means the chemical deterioration of the soils. The population density of earthworms and their activity are decreased on agricultural used fields which are also biologically deteriorated.
To counteract soil degradation and to preserve the resource for further generations, the modification of the traditional land use system by different measures of plant cultivation and the use of fertilizer are necessary.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 2004