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Philosophische Fakultät - Jahrgang 2004

 

Titel Chinesische Chan- und tibetische rDzogs chen-Lehre
eine komparatistische Untersuchung im Lichte des philosophischen Heilskonzeptes ,Nicht-Vorstellen‘ anhand der Dunhuang-Dokumente des chinesischen Chan-Meister Wolun und des Werkes bSam gtan mig sgron des tibetischen Gelehrten gNubs chen Sangs rgyas ye shes
Autor Carmen Meinert
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung In der vorliegenden Arbeit werden zwei buddhistische Traditionen betrachtet, die in der Entwicklung des Buddhismus in Zentralasien und Tibet zwischen dem 7. und 9. Jahrhundert eine entscheidende Rolle spielten: der chinesische Chan-Buddhismus und die tibetische rDzogs chen-Lehre. Gerade terminologische Ähnlichkeiten beider Traditionen, die sich aus der Natur der Sache ergeben, einen unmittelbaren Weg des Erkennens im buddhistischen Heilsgeschehen zu betonen, und besondere historische Ereignisse gaben in der tibetischen Tradition Anlaß zu heftigen doktrinären Auseinandersetzungen und Spekulationen darüber, ob die rDzogs chen-Lehre vom chinesischen Chan- Buddhismus beeinflußt worden sei oder gar hier ihre Ursprünge habe. Derartige Diskussionen sind deshalb auch eingebettet in eine sich über mehrere Jahrhunderte erstreckende und kulturübergreifende Diskussion über polare Ansichten im buddhistischen Erkenntnisprozeß: (1) die Methode des unmittelbaren, direkten Erkennens auf dem buddhistischen Erlösungsweg und (2) die des mittelbaren Erkennens über graduelles Kultivieren.
Diese Auseinandersetzung um die polaren Strömungen spielte sowohl in der Entwicklung des chinesischen Chan-Buddhismus als auch in der des frühen tibetischen Buddhismus eine entscheidende Rolle. In der vorliegenden Studie wird exemplarisch der im Dunhuang-Gebiet in Zentralasien verbreitete Chan- Buddhismus anhand der Lehre Meister Woluns (ca. 545-626) veranschaulicht. Die Inhalte der rDzogs chen-Lehre werden entsprechend der Ausführungen des von gNubs chen Sangs rgyas ye shes im 9. Jahrhundert verfaßten Werkes bSam gtan mig sgron [Leuchte des Auges der Meditation] dargestellt. Als gedanklicher Knotenpunkt, welcher beide Lehrsysteme in dieser frühen Zeit zu verbinden schien, wird das philosophische Heilskonzept ,Nicht- Vorstellen‘ (wu fenbie, rnam par mi rtog pa) interpretiert, so daß sich schließlich eine Gegenüberstellung der beiden Traditionen aus dem Verständnis von ,Nicht-Vorstellen‘ ergibt.
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Bemerkung Aus gesundheitlichen Gründen konnte diese Dissertationsschrift seinerzeit leider nicht für eine Buchpublikation überarbeitet werden. Überarbeitungen sind allerdings später in folgende Artikel eingeflossen:
„Legend of Cig car ba Criticism in Tibet: a List of Six Cig car ba Titles in the Chos ’byung me tog snying po of Nyang Nyi ma ’od zer (12th century)“, in: Tibetan Buddhist Literature and Praxis. Studies in its Formative Period 900-1400, Ronald Davidson/Christian Wedemeyer (Hrsg.), Leiden: Brill, 2006, 31-54.
„A Pliable Life: Facts and Fiction about the Figure of the Chinese Meditation Master Wolun“, in: Oriens Extremus 46 (2007), 184-210.
„Gestückelte Schriften: Überlieferungsgeschichten der dem Meditationsmeister Wolun zugeschriebenen Dunhuang-Manuskripte“, Oriens Extremus 47 (2008), 215-245.
© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 2004