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Philosophische Fakultät - Jahrgang 2004

 

Titel Analyse und Bewertung gegenwärtiger Rahmungsmaßnahmen ausgewählter Museen
Autor Tobias Schmitz
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Wohl kaum ein Kunstgegenstand ist nachhaltiger den Geschmäckern und Dogmen vergangener Stilepochen ausgesetzt gewesen als der Bilderrahmen.
Alte Gemälde erhielten durch eine neue Rahmung ein dem Geschmack der jeweiligen Zeit entsprechendes neues Gewand. Einheitliche Rahmungen von großen Sammlungen im Stil des Barock wie bei der Gemäldesammlung Augusts des Starken in Dresden oder klassizistische Einheitsrahmungen wie die sog. Schinkel-Rahmen in den Berliner Museen trugen ebenfalls dazu bei, dass die originalen Rahmungen der meisten Gemälde verloren gingen. Selbst im 20. Jh. mussten in vielen Museen alte Rahmen dem Dogma einer einfachen, schlichten Rahmung weichen, die nicht vom Bilde ablenken sollte.
Seit der Mitte der 70er Jahre ist man in vielen Museen bemüht, den Gemälden ihre ursprüngliche Wirkung durch authentische Rahmungen zurückzugeben; alte Rahmen werden, soweit dies möglich ist, wieder zu den ursprünglich zugehörigen Gemälden zurückgeführt, passende alte Rahmen angekauft oder Neurahmungen im zum jeweiligen Gemälde passenden Stil angefertigt.
Die vorliegende Dissertation untersucht die gegenwärtigen Rahmungsmaßnahmen verschiedener Museen unter dem Gesichtspunkt der Authentizität. Die Darstellungen beruhen auf Gesprächen mit Kuratoren und Restauratoren unterschiedlicher Museen.
Im Corpus der Arbeit werden unter der Rubrik „Rahmungsmaßnahmen im Bereich der Alten Meister“ die Rahmungsmaßnahmen des Westfälischen Landesmuseums zu Münster, des Saarland Museums in Saarbrücken, der Kunsthalle Bremen, der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und der Alten Pinakothek in München, der Hamburger Kunsthalle sowie der National Gallery und der National Portrait Gallery in London und der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden besprochen. Unterschiedliche Schwerpunkte für Sammlungen regionalen oder internationalen Charakters werden unter Berücksichtigung individueller Vorraussetzungen der jeweiligen Museen aufgezeigt.
Unter der Rubrik „Rahmungsmaßnahmen im Bereich der Neuen Meister“ werden zunächst die Rahmungspraktiken von Künstlern, Kunsthändlern und Sammlern aus dem 19. und 20. Jh. beschrieben. Die Tatsache, dass es seit dem Historismus keine einheitlichen Rahmenstile mehr gab, stellt das Museumspersonal beim Ersatz verlorengegangener Originalrahmungen im Bereich der Neuen Meister vor grundlegend andere Probleme als im Bereich der Alten Meister. So kann man sich bei der Suche nach Vorbildern für Neurahmungen nicht mehr an allgemeingültigen Rahmenstilen vergangener Epochen und bestimmten Regionen orientieren, sondern muss Nachforschungen über Rahmungsvorlieben von Künstlern, Kunsthändlern oder Sammlern anstellen.
Schließlich werden die Rahmungsmaßnahmen im Bereich der Neuen Meister im Westfälischen Landesmuseum zu Münster, im Saarland Museum in Saarbrücken, in der Kunsthalle Bremen, in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München und im Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück beschrieben.
Abschließend wird ein Bewertungssystem der in den vorherigen Punkten beschriebenen Rahmungsmaßnahmen aufgestellt. Für die Bereiche der Alten und der Neuen Meister werden diese nach dem Grad der Authentizität geordnet. Das Bewertungssystem basiert auf einer hier erstmals vorgenommenen Einteilung der in den Museen vorhandenen Rahmungen in „Originalrahmung“, „historische Rahmung“, und „historisierende Rahmung“ im Bereich der Alten Meister. Im Bereich der Neuen Meister werden dagegen „individuelle Künstlerrahmen“, „historisierende Künstlerrahmen“ und „historisierende Kunsthändlerrahmen“ unterschieden.
Ein Entwurf für einen elektronischen Inventarisierungsbogen für Bilderrahmen in Museen soll dazu dienen, Museumspersonal zu einer einheitlichen, elektronischen Inventarisierung ihrer Bestände anzuregen. Eine solche Inventarisierung könnte in Zukunft bei entsprechender Vernetzung der Museen untereinander die Suche nach optimalen Lösungen bei künftigen Rahmungsmaßnahmen erheblich vereinfachen.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 2004