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Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät - Jahrgang 2003

 

Titel Geomorphometrische Struktur eines mesoskaligen alpinen Geosystems
Autor Stefan Rasemann
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Im Zentrum dieser Arbeit steht die Analyse der geomorphometrischen Struktur eines mesoskaligen alpinen Geosystems am Beispiel des Turtmanntals, Wallis, Schweiz. Diese Arbeit ist als Teilprojekt B1 `Semantische geomorphometrische Strukturdefinition' in das Graduiertenkolleg 437 `Das Relief - eine strukturierte und veränderliche Grenzfläche' eingebunden.
Zur Einordnung des Reliefcharakters des Untersuchungsgebietes erfolgte zunächst die Definition und Abgrenzung von Bergen, Gebirgen und Hochgebirgen zu anderen Relieftypen. Eine rein auf geomorphometrischen Kriterien basierende Hochgebirgsdefinition erfasst jedoch nicht alle für eine geomorphometrische Analyse wesentlichen Aspekte der Hochgebirgsnatur. Auf eine universelle Anwendbarkeit zielt die landschaftsökologisch beeinflusste Hochgebirgsdefinition von Carl Troll. Doch auch sie greift letztendlich auf die europäischen Alpen und die dort auftretenden Formen als Typlokalität für das Hochgebirge zurück.
Die Sicht auf das skulpturelle Kontinuum des Georeliefs als verschachtelte Hierarchie unterschiedlich großer und unterschiedlich alter Reliefformenassoziationen bildet das theoretische Fundament dieser Arbeit. Da die weiteren Ausführungen auf dieser Reliefsicht basieren, werden die grundlegenden Konzepte der Geomorphometrie und der Reliefgliederung systematisch erläutert. Sie umfasst Eigenschaften des Georeliefs wie die Dimensionsorientierung und die Bildung von räumlichen Strukturen. Darauf folgt eine systematische Darstellung wichtiger Konzepte zur Gliederung des Reliefs unter geomorphologisch/geomorphometrischen Gesichtspunkten.
Die Auffassung des Reliefs als Palimpsest von Reliefformen findet auch ihren Niederschlag im anschließend vorgestellten Katalog von Reliefformen des Hochgebirges. Gleichsam als Konkretisierung der eingangs gegebenen Hochgebirgsdefinitionen werden hier die typischerweise in einem Hochgebirgstal auftretenden Reliefformen unter Berücksichtigung geomorphometrischer und topologischer Aspekte erläutert und durch zahlreiche Photographien illustriert.
Die Fachliteratur bietet eine Vielzahl geomorphometrischer Methoden und Techniken zur quantitativen Beschreibung des Reliefs im Allgemeinen und des Hochgebirgsreliefs im Speziellen. Einem Überblick über diese Methodenvielfalt ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Der Überblick umfasst sowohl Methoden zur Beschreibung spezifischer Reliefformen und der Verteilung von Reliefformen im Raum als auch Methoden der Berechnung geomorphometrischer Parameter und der Ableitung von Objekten aus dem Kontinuum des Georeliefs respektive dem digitalen Höhenmodell.
Eine Auswahl der zuvor beschriebenen Methoden und Techniken zur geomorphometrischen Analyse wurde auf zum Teil selbst erstellte digitale Höhenmodelle des Turtmanntals angewandt. Die Auswahl erfolgte nach den Kriterien der Eignung für die Analyse des Hochgebirgsreliefs, den Möglichkeiten zur Beschreibung geomorphometrischer Struktur und der Anwendbarkeit auf die vorhandenen Daten.
Die Eignung geomorphometrischer Parameter und Methoden zur Analyse der geomorphometrischen Struktur des Georeliefs ist von der betrachteten Raumskale abhängig. Geomorphometrische Analysen wurden deshalb auf verschiedenen Raumskalen des Reliefs durchgeführt. Untersucht wurden das Gesamttal, drei ausgewählte Hängetäler und drei Blockgletscher unterschiedlichen Aktivitätsgrades Die geomorphometrische Analyse des Hochgebirgsreliefs erfordert aufgrund des Reliefcharakters neue Methoden und Parameter. Der seit langem beklagte Mangel der Parametrisierung komplexer Reliefformen gilt besonders für die Formen des Hochgebirges. Durch die die Entwicklung und Modifiation geomorphometrischer Parameter und Methoden sowie geomorphometrische Analyse eines alpinen Tales auf unterschiedlichen räumlichen Skalen wurde hierzu ein Beitrag geleistet.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 2003