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Philosophische Fakultät - Jahrgang 2002

 

Titel Seneca in den Annalen des Tacitus
Autor Michael Brinkmann
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Die ungünstige Quellenlage zur Biographie Senecas, die geringe Zahl klarer autobiographischer Hinweise oder Bezüge zu seiner politischen Tätigkeit im eigenen Werk, haben die Aufmerksamkeit späterer Seneca-Forscher immer wieder auf das in den Annalen überlieferte Portrait des amicus principis gelenkt: „Without the testimony of Tacitus, Seneca the statesman could hardly exist“ (R.Syme).
Die Annalen des Tacitus enthalten mit den Passagen ann.14.53ff., dem Gespräch zwischen Seneca und Nero, und ann.15.60.2ff, der Sterbeszene Senecas, die wichtigsten, uns erhaltenen Quellentexte zum Leben des Philosophen. Die widerspruchsvollen Ergebnisse der bisherigen Forschung werden der Bedeutung der Texte, an denen aufgrund ihres Quellenwertes neben dem Philologen auch Philosophen, Historiker und Theologen erhebliches Interesse haben, nicht gerecht. Im Hinblick auf die wesentliche Frage, wie der Autor der Annalen die Person Senecas bewertet, konnte bislang keine Einigkeit erzielt werden.
Im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit stehen deshalb die Interpretation der beiden für die Darstellung Senecas in den Annalen aufschlußreichsten Passagen ann.14.53-56 und ann.15.60.2ff. Es wird gezeigt, daß Tacitus ein dramatisches Portrait des stürzenden und sterbenden Staatsmannes, den er wohlwollend bewertet, zeichnen will. Diesem Anspruch ist die Darstellung Senecas im Werk des Tacitus ab ann.13.42 unterworfen. Der tragische Erzählstrang findet seinen Höhepunkt in der Sterbeszene Senecas: Seiner enkomiastischen Quelle folgend inszeniert Tacitus den erzwungenen Selbstmord als ein tapferes Philosophensterben in der Nachfolge des Sokrates und Cato. Interprationen der Sterbeszene, die dem Autor ironische Distanz zum Selbstmord des Philosophen zuschreiben, dürften kaum haltbar sein.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 2002