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Philosophische Fakultät - Jahrgang 2001

 

Titel "Sinn des Lebens"
Systematische Überlegungen im Ausgang von Robert Reininger
Autor Klaus-Peter Pfeiffer
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Die Frage nach dem Sinn des Lebens wird belächelt, abgewiesen, kritisiert - und immer wieder gestellt, sowohl in der Philosophie und den Einzelwissenschaften wie Psychologie, Theologie, Medizin, Soziologie etc., als auch außerhalb der Wissenschaften, in der Literatur und ganz allgemein in dem, was man Lebenswelt nennt. Die Sinnfrage wird zu Recht gestellt. Sie vermag - individuell aber auch in gesamtgesellschaftlichen Zusammenhängen - gleichermaßen Orientierung im und Kritik am Bestehenden zu initiieren. Sie zielt auf "das Ganze" des Menschen in der Welt als Natur und Geschichte, das immer nur fragmentarisch faßbar ist. Wenn sich die vorliegende Arbeit aus philosophischer Perspektive der Frage nach dem Sinn des Lebens stellt, so befindet sie sich an der Schnittstelle von Philosophie als Wissenschaft und Philosophie als Lebenskunst und leistet damit einen Beitrag zu dem heute mehr denn je notwendig gewordenen Transfer philosophischen Denkens über die Grenzen des Fachs hinaus.
Der erste Teil der Arbeit ist die erste umfassende Monographie, die einen zentralen Gedanken des dem sog. Österreichischen Neukantianis- mus zugerechneten Philosophen Robert Reininger zur Darstellung bringt: die Frage nach dem Sinn des Lebens war für Reininger in seinem theoretischen, vor allem aber praktischen Oeuvre - er formulierte sie als Grundfrage der Ethik - maßgebend. Dabei war sein Denken geprägt von einem Philosophieverständnis, das Philosophie nicht nur als akademische Wissenschaft, sondern auch im Sinne einer Lebenspraxis verstand.
Im zweiten Teil der Arbeit erfolgen systematische Überlegungen. Reiningers Pessimismus und der nicht wieder herstellbare Verlust von vorgegebenen Sinngewißheiten - Sinn ist nur vom einzelnen angesichts einer sinn-losen Welt zu setzen - bilden hierfür das Fundament. Im Zuge der Kritik an Reiningers "egozentrischem" Ansatz wird gezeigt, daß die Frage nach dem Sinn des Lebens nicht - wie dies meist geschieht - allein in den Bereich des Privaten, Persönlichen verlagert werden darf, sondern immer eine gesellschaftlich-politische Dimension hat. Dies erfordert eine Transformation des pessimistischen Ansatzes, was exemplarisch in Rezeption von Gedankengängen Ernst Blochs entwickelt wird. Die Entfaltung der gesellschaftlich-politischen Dimension der Sinnfrage kann aber nur gelingen, wenn den existierenden Einwänden begegnet wird. So wird u.a. in einer eingehenden Untersuchung der Versuch von Odo Marquard zurückgewiesen, die Sinnfrage zu reduzieren. Den pessimistischen Grundansatz ergänzend und erweiternd, wird dann der Gedanke eines nicht allgemeinen, daher konstruktiven Optimismus entwickelt. Das Spannungsverhältnis von individueller Sinngebung und einem nicht vorhandenen, aber immer intendierten Sinn des "Ganzen" wird abschließend neu bestimmt und resultiert in einem Plädoyer fürs Fragmentarische.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 2001